Bericht des Sprechers
K. E. Linsenmair
Nachdem sich das Biozentrum vor der letzten Berichtsphase durch Einbeziehung der drei Lehrstühle des Julius-von-Sachs-Institutes, sowie der Institute für Humangenetik und für Biochemie zu einer wesentlich umfassenderen Organisationseinheit entwickelt hatte, die alle neun Lehrstühle der Biologie, drei Lehrstühle der medizinischen und einen der chemischen Fakultät einschließt und damit dem Anspruch "Biozentrum der Universität Würzburg" zu sein, in organisatorischer Hinsicht gut entspricht, dienten die vergangenen drei Jahren der Konsolidierung, dem inneren Ausbau und der internen Weiterentwicklung dieses vergleichsweise sehr großen Lehr- und Forschungsverbundes. In den Jahren 1997 bis 2000 sind viele wichtige Schritte erfolgt, um die am 3. März 1997 getroffene schriftliche Vereinbarung zwischen den am Biozentrums-Verbund beteiligten Instituten zur engeren fächer- und fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit auf allen Ebenen von Lehre und Forschung in die Realität umzusetzen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei nach wie vor, wie auch schon im letzten Bericht betont, unser höchst effektiver, sehr engagierter und in Struktur- und Prozessfragen hervorragend bewanderter Verwaltungsleiter, Dr. Georg Kaiser und seine Mannschaft. Leider verhindert die sehr schlechte Stellensituation im allgemeinen und im Verwaltungsbereich im speziellen eine sonst mögliche, weitere Effizienzsteigerung der zentralen Verwaltung.
Neue Entwicklungen
Neuer Lehrstuhl: Aus den Mitteln der Bayerischen High-Tech-Offensive sollen der Universität Würzburg 13 Mio. DM für die Einrichtung eines neuen Lehrstuhls für Bioinformatik zur Verfügung gestellt werden. Beteiligt sind die beiden Fakultäten für Biologie und Medizin; die ursprünglich ebenfalls beteilige Fakultät für Mathematik und Informatik hat sich aus den gemeinsamen Planungen zurückgezogen und strebt nun die Gründung eines eigenen neuen Lehrstuhls für Technische Informatik an. Die Informatiker haben sich jedoch bereit erklärt, die Grundausbildung für die zukünftigen Studierenden der Bioinformatik zu übernehmen. Das derzeitige Konzept sieht zwei Professuren (je ein C4 und C3) mit zugehörigem weiteren Personal vor. Der/die Stelleninhaber/in der C4-Stelle soll der Fakultät für Biologie angehören, die C3-Stelle soll in die Medizinische Fakultät integriert werden. Räumlich wird der Lehrstuhl dem Biozentrum angegliedert werden. Hierzu wird der Werkstatt-Trakt des Biozentrums um ein Geschoss aufgestockt. Die technischen Planungen sind abgeschlossen; die erste Teilsumme der Mittel in Höhe von 2 Mio. liegt zum Abruf bereit und der Baubeginn ist auf 11/2000 festgelegt. Die Stellenausschreibung für die C4-Stelle ist erfolgt. Die Mittel aus der High-Tech-Offensive werden es erlauben, den neuen Lehrstuhl nach Besetzung der C4-Stelle etwa 8,5 Jahre lang zu finanzieren. Zur Zeit erarbeiten die beiden Fakultäten für Biologie und für Medizin gerade ein Konzept zur langfristigen Sicherung des neu zu gründenden Lehrstuhls.
Wissenschaftliche Nachwuchsgruppen

Den Wünschen des wissenschaftlichen Beirats entsprechend stellen sich die Nachwuchsgruppen im neuen Bericht des Biozentrums vor und sie werden auch in die Präsentationen anlässlich der Begehung durch den Beirat einbezogen werden.

Zu den Entwicklungen auf diesem Sektor ist Folgendes hier anzuführen: Die erste am Biozentrum eingerichtete, durch die Volkswagen Stiftung finanzierte Nachwuchsgruppe zum Thema "Entwicklungs-Neurobiologie von Vertebraten", geleitet von Frau Dr. Andrea Wizenmann, wurde bereits im vorigen Bericht des Sprechers vorgestellt. Die Gruppe hatte mit einigen Anlaufproblemen zu kämpfen und war von starken Personalfluktuationen betroffen. Diese Probleme konnten inzwischen weitgehend behoben werden.

Eine zweite, neue Nachwuchsgruppe wird von Dr. Roland Strauß geleitet. Sie wird vom BMBF im Rahmen des "BioFuture"-Wettbewerbs im Programm Biotechnologie 2000 mit insgesamt 2,8 Mio. DM finanziert und zwar für eine Laufzeit vom 01.02.1999 bis zum 31.01.2004. Das Thema des Forschungsvorhabens lautet: "Aufklärung der übergeordneten Steuerung des Laufverhaltens durch das Insektengehirn mit Methoden der Drosophila-Neurogenetik und erste Implementierung in mobilen technischen Systemen". Dr. Roland Strauß hat 1991 bei Herrn Kollegen Heisenberg hier in Würzburg promoviert und war anschließend bis Januar 1999 Assistent bei Prof. em. Dr. Karl Georg Götz am Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik in Tübingen.

In jüngster Zeit konnte noch eine dritte Nachwuchsgruppe am Biozentrum eingerichtet werden. Leiter dieser Gruppe ist Dr. Burkhard Kneitz. Seine Gruppe wird ­ ebenfalls für eine Laufzeit von 5 Jahren - vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) der Universität Würzburg mit einer Summe von rund 2,5 Mio. DM finanziert. Der Titel des Forschungsprojekts lautet: "Genomische Instabilität". Herr Kneitz hat 1997 – unter der Betreuung von Frau Prof . Schimpl, Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg, – an der Tierärztlichen Fakultät der LMU München promoviert, war danach noch ein Jahr lang Assistent bei Frau Schimpl und anschließend bis zum Oktober 1999 Postdoc bei Prof. Edelmann, Albert Einstein College of Medicine, New York.

Sonstige neue wissenschaftliche Entwicklungen

In der oben angesprochenen Konsolidierungsphase des Biozentrums sind die wissenschaftlichen Kontakte unter den Arbeitsgruppen des Biozentrums beständig weiter ausgebaut worden. Sichtbarer Ausdruck sind vor allem die SFBs und Graduiertenkollegs, an denen Mitglieder des Biozentrums aktiv teilnehmen.

Seit dem 1. Juli 2000 hat das Biozentrum einen eigenen neuen Sonderforschungsbereich aufzuweisen, der in erster Linie von den Lehrstühlen für Genetik und Zoologie II und Zoologie III, unter Beteiligung von Botanik II getragen wird und an dem außerhalb des Biozentrums noch der Lehrstuhl für Informatik VI ( Prof. Puppe) und der Lehrstuhl für Lebensmittelchemie (Prof. Schreyer) beteiligt sind. Der Titel dieses neuen SFBs, dessen Sprecher Herr Kollege Hölldobler ist, lautet: "Mechanismen und Evolution des Arthropodenverhaltens: Gehirn ­ Individuum ­ Soziale Gruppe".

Es bestehen, nach dem positiven Verlauf der Begutachtung auch gute Aussichten, dass ein weiterer SFB mit Schwerpunkt in der Botanik unter Leitung von Herrn Kollegen Riederer eingerichtet werden wird. Sein Thema lautet: "Mechanismen der interspezifischen Interaktion von Organismen" . Der ebenfalls unter der Leitung von Herrn Riederer noch laufende Sonderforschungsbereich 251: "Ökologie, Physiologie und Biochemie pflanzlicher und tierischer Leistung unter Stress" befindet sich derzeit im letzten Jahr seiner Förderung.

Drei Graduiertenkollegs, die schon im vorigen Bericht Erwähnung fanden, laufen bzw. liefen am Biozentrum weiter:

  • "Pflanze im Spannungsfeld zwischen Nährstoffangebot; Klimastress und Schadstoffbelastung" (beendet zum 31.12.1999)
  • "Regulation des Zellwachstums" und
  • "Grundlagen des Arthropodenverhaltens: Genetik, Neurobiologie, Ökologie"

Daneben waren bzw. sind Angehörige des Biozentrums noch aktiv an folgenden weiteren SFBs und Graduiertenkollegs der Universität Würzburg beteiligt:

  • SFB 176: "Molekulare Grundlagen der Signalübertragung und des Stofftransports in Membranen" (Ende 1999 ausgelaufen), Sprecher: Prof. Dr. Stefan Silbernagl, Physiologisches Institut
  • SFB 355: "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz", Sprecher Prof. Dr. G. Ertl, Medizinische Universitätsklinik
  • SFB 465: "Entwicklung und Manipulation pluripotenter Zellen", Sprecher: Prof. Dr. Ulf R. Rapp, Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung
  • SFB 479: "Erregervariabilität und Wirtsreaktion bei infektiösen Krankheitsprozessen", Sprecher: Prof. Dr. Volker ter Meulen, Institut für Virologie und Immunbiologie

Von den Graduiertenkollegs sind hier zu nennen: "Infektionsbiologie" sowie "Magnetische Kernresonanz in vivo und in vitro für die biologische und medizinische Grundlagenforschung".

Probleme des Biozentrums

Stelleneinzug: Nachdem die Fakultät für Biologie 1996 bereits sieben C3-Stellen in andere Stellen umgewandelt (abgewertet) hat, v.a. um damit wesentliche Verbesserungen der Infrastruktur des gesamten Biozentrums zu erreichen, sind wir nun durch den drohenden Einzug weiterer drei C3-Stellen belastet. Auch um diesen Stelleneinzug abzuwenden, vor allem aber, um der Fakultät eine inhaltliche Erweiterung und Weiterentwicklung zu ermöglichen, haben die beteiligten Lehrstühle der Hochschulleitung einen Vorschlag zur Strukturierung ihrer C3-Stellen vorgelegt. Eine Entscheidung zu diesem Vorschlag steht derzeit noch aus.

Raumsituation: Die besonders kritische Situation, in der sich die Humangenetik befindet, hat sich nur teilweise entspannt und zwar nur für die von Prof. Grimm geleitete Abteilung "Medizinische Genetik". Hier entsteht derzeit ein Verfügungsgebäude auf dem Campusgelände am Hubland, das in der zweiten Jahreshälfte fertig gestellt werden soll. Ungelöst ist bisher das Problem der Nachnutzung der dann mit dem Auszug von Prof. Grimm aus dem 4. OG des Biozentrums frei werdenden Räume. Diese Räume, die bisher als Büroflächen genutzt wurden, müssen für Prof. Weber, den Leiter der Arbeitsgruppe für "Opthalmologische und onkologische Genetik" in Labore umgewandelt werden. Die Planungen sind abgeschlossen; die voraussichtlichen Umbaukosten wurden vom Universitätsbauamt auf rund 355 TDM geschätzt. Sicher ist schon jetzt, dass die Humangenetik diese Kosten allein nicht wird tragen können, denn sie beteiligt sich mit 150 TDM an den Baukosten des Verfügungsgebäudes und wird darüber hinaus noch dessen Erstausstattung in Höhe von ca. 100 TDM selber tragen, womit die finanziellen Ressourcen dieses Instituts erschöpft sein werden.

Die unbefriedigende räumliche Situation der Botanik und Pharmazeutischen Biologie am Dallenberg wurde bereits im letzten Bericht des Sprechers des Biozentrums erwähnt, wie auch die unbedingte Notwendigkeit, hier durch Renovierungen angemessene Arbeitsbedingungen für alle drei Lehrstühle zu schaffen, da mit einem Neubau dieser Institute (und damit auch deren räumliche Integration in das Biozentrum) am Hubland kurz- und mittelfristig keinesfalls gerechnet werden kann. Hier steht zu erwarten, dass es dank sehr großer Anstrengungen der Universität gelingen wird, diese Probleme im Zusammenhang mit den Berufungsverhandlungen im Rahmen der Nachfolge von Prof. Czygan (Pharmazeutische Biologie, Nachfolger Prof. Martin Müller, München) und der Bleibeverhandlungen von Herrn Kollegen Riederer in befriedigender Weise innerhalb eines akzeptablen Zeitraums zu lösen.

Auch die räumliche Situation der Biozentrumsverwaltung ist sehr unbefriedigend geblieben. Hier wäre etwas mehr Platz sehr vonnöten. Dieser Bedarf erscheint aber im Moment kaum realisierbar, da das Biozentrum längst an seine räumlichen Grenzen gestoßen ist. Der Vorschlag des Beirats, die Errichtung eines Pavillons mit ausreichenden Flächen in der unmittelbaren Nähe des Biozentrums vorzusehen, hat bei der derzeitigen Finanzlage der Universität ­ gerade auch hinsichtlich der noch in der Warteschlage stehenden Baumaßnahmen und der zu diesem Zweck jeweils in den letzten Jahren verfügbaren Finanzvolumina - kaum Aussichten auf Realisierung in absehbarer Zeit.

Dem weiteren Ratschlag des Beirats, zu prüfen, inwieweit Raumprobleme durch Umorganisation innerhalb des Biozentrums, "insbesondere durch Reduktion der Flächen von Arbeitsgruppen ohne wissenschaftlichen Output" gelöst werden können, sind die betroffenen Bereiche in allen Fällen gefolgt. Die damit erzielten Gewinne haben aber nur dazu beitragen können, die Raumnot in den entsprechenden Arbeitsgruppen selbst etwas zu reduzieren.

Auch in diesem Bericht muss wieder betont werden, dass trotz der vielen positiven Entwicklungen des Biozentrums, wir auch noch von weiteren Problemen, mit denen wir natürlich nicht allein dastehen, verfolgt werden, die auch schon früher genannt wurden und zu denen sich der wissenschaftliche Beirat schon geäußert hat. Es sind hier vor allem zu nennen:

Finanzprobleme der Teilbibliothek: Die schlechte Situation in diesem Bereich hat sich gegenüber dem letzten Berichtszeitraum noch verschlimmert ­ und dies obwohl die Universitätsbibliothek viele zusätzliche elektronische Journals frei geschaltet und das Biozentrum noch einmal eine größere Abbestellaktion durchgeführt hat. Wegen des äußerst hohen Dollarkurses und der exorbitanten Preissteigerungsraten der Verlage beträgt das Defizit der Teilbibliothek inzwischen 307 TDM. Dank Sonderzuwendungen des Kanzlers der Universität und der Unterstützung durch die Universitätsbibliothek konnte hier der Zusammenbruch immer wieder abgewendet werden. Diese Entwicklung ist aber sehr besorgniserregend und kann auf die Dauer wohl kaum auf die jetzige Weise gelöst werden. Hier kann nur eine erhebliche Aufstockung der gesamten Bibliotheksmittel der Universität auf eine längere Sicht weiterhelfen. Es muss aber betont werden, dass es den Mitgliedern des Biozentrums bisher doch immer wieder gelungen ist, durch gezielte Ab- und Neubestellungen von Zeitschriften die Aktualität der Teilbibliothek einigermaßen zu gewährleisten – zumindest, was die Periodika angeht.

Finanzprobleme bei den Reparaturen (s. dazu die Bemerkung des wissenschaftlichen Beirats in seinem Protokoll vom 18.12.97, zu TOP 3, 2. Spiegelstrich): Mangels Verfügungsmasse hat die Haushaltskommission 1999 den Antrag des Biozentrums auf Erhöhung der Reparaturmittel in vollem Umfang abgelehnt. Naturgemäß steigen in diesem Sektor die Kosten von Jahr zu Jahr nicht zuletzt durch den Alterungsprozess der aus Erstausstattungsmitteln beschafften Geräte und technischen Einrichtungen, wie auch in der Folge anspruchvoller werdender apparativer Ausrüstungen, die mit Drittmitteln angeschafft wurden und werden. Mit der Erhöhung wollten wir ­ entsprechend dem Wunsch des Beirats - auch die Einbeziehung der Botanik in den zentralen Reparaturetat ermöglichen.

Probleme, die sich durch Überbeanspruchung der zentralen Tierhaltung und Überforderung der Tierpflegerin, Frau Alexandra Klaus, in jüngerer Zeit ergeben haben, konnten durch Umorganisationen, Beschränkungen der Nutzung für bestimmte Ansprüche und ­ auch dank der Hilfe der Universität - durch verbesserte apparative Ausrüstung (leistungsfähige Käfigspülmaschine) einigermaßen aufgefangen werden.

Studenten und wissenschaftlicher Nachwuchs
Im beigefügten ausführlichen Studienbericht des Studiendekans der Fakultät für Biologie ist die Entwicklung im Bereich der Studentenschaft des Biozentrums dargestellt. Dieser Bericht ist so detailliert, dass er keiner ausführlichen weiterer Kommentare und Erläuterungen bedarf. Es seien hier nur einige der sehr generellen Punkte in geraffter Form erwähnt. Erfreulich ist, dass die Zahl der Biologiestudenten ­ im Gegensatz zu den Trends in vielen anderen Fächern - auf gleichem Niveau geblieben ist. Die Zahl derer allerdings, die das Diplomstudium erfolgreich abschließen und vor allem derer, die das Studium dann mit einer Promotionsarbeit fortsetzen, zeigt eine negative Entwicklung. Ganz besonders stark ist hier der Schwund beim weiblichen Teil der Studentenschaft (von 57% zu Studienbeginn auf nur mehr 17% bei den Promovierenden mit in jüngerer Zeit eher noch sinkender Tendenz). Ein weiterer Trend ist der, dass ein relativ hoher Prozentsatz von Promotionen außerhalb der Fakultät durchgeführt wird ­ vor allem im medizinischen Bereich. Rein theoretisch sind die Betreuungsrelationen sowohl beim Diplom als auch bei der Promotion ideal, indem sie in etwa einem 1:1 Verhältnis entsprechen. Bei einer genaueren Analyse zeigen sich allerdings sehr starke Ungleichgewichte in der Attraktivität von Arbeitsfeldern und Arbeitsgruppen und der daraus dann für die entsprechenden Hochschullehrer resultierenden Belastungen (die bislang bei den Lehrdeputaten keine hinreichende Berücksichtigung gefunden haben): Einzelne Arbeitsgruppen und Dozenten haben sehr großen Zulauf, während andere keine Examenskandidaten anziehen. Auf die weiteren Punkte, die im Studienbericht angesprochen werden, wie die Weiterentwicklung von Prüfungs- und Studienordnungen, Einführung eines B.Sc. Studiengangs, Studentenbefragung, Evaluierung der Lehre u.a. m. soll hier nicht eingegangen werden.
Tropenökologische Freiland-Forschungsstation

Nach einem achtjährigen Kampf gegen bürokratische, politische, technische und sonstige Hürden hat im Januar 2000 nun der durch einmalige Mittel der Fritz Thyssen Stiftung und durch laufende sächliche und personelle Mittel des Freistaats Bayern ermöglichte Bau einer für Deutschland einmaligen Tropenökologischen Freiland-Forschungsstation im Comoé-Park in der Elfenbeinküste unter der verantwortlichen Leitung des derzeitigen Sprechers des Biozentrums begonnen. Die zehnjährigen Forschungsarbeiten von Angehörigen des Lehrstuhls für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) und der vielen Gäste des bisherigen Forschungscamps aus anderen Universitäten des In- und Auslands werden durch die sehr essentiellen Verbesserungen der Forschungsmöglichkeiten auf ein neues Niveau gehoben, das sowohl verbreiterte als auch vertiefte Themenbearbeitung erlauben wird. Diese Station soll auch zum Angelpunkt eines zentralen Teilvorhabens des neuen Biodiversitäts-Forschungsprogramms BIOLOG werden, das vom BMBF finanziert werden wird. Das von Prof. Linsenmair koordinierte Bündelprojekt "BIOTA-Westafrika" umfasst zunächst 9 Arbeitsgruppen von 8 Universitäten und bewegt sich in einem Volumenbereich von rund 7,5 Mio. DM für die dreijährige Vorphase des längerfristig geplanten Programms.

Die im neu verfassten Bericht des Biozentrums über den abgelaufenen Drei-Jahreszeitraum dargestellten Forschungsarbeiten, die große Zahl von Publikationen, wie auch der Umfang der eingeworbenen Drittmittel belegen den weiteren wissenschaftlichen Erfolg der Mitglieder des Biozentrums. Trotz der nach wie vor schlechten Finanzlage der Universitäten ist die weitere Konsolidierung dieser Institution gelungen und die positive Entwicklung der ersten Jahre in noch verstärktem Maß fortgeführt worden. Dies war wieder nur durch die - trotz aller Engpässe - tatkräftige Unterstützung unserer Universitätsleitung und des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst möglich, für die ich mich im Namen aller Mitglieder des Biozentrums bedanke. Zu danken gilt es hier natürlich auch wieder den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats, speziell dem Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Rolf Thauer, für ihr Interesse am Biozentrum, für die geleistete Arbeit und die investierte Zeit.

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