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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Auszeichnung für Thomas Rudel

    15.10.2008

    Einen der wichtigsten deutschen Preise für Infektionsbiologen hat Professor Thomas Rudel Ende September von der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e.V. verliehen bekommen.

    Professor Thomas Rudel (Mitte) mit Professor Werner Solbach, dem Geschäftsführenden Vorsitzenden der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (links) und Professor Georg Peters, dem Vorsitzenden der Stiftung (rechts). Foto: Wol

    Professor Thomas Rudel (Mitte) mit Professor Werner Solbach, dem Geschäftsführenden Vorsitzenden der Stiftung der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (links) und Professor Georg Peters, dem Vorsitzenden der Stiftung (rechts). Foto: Wolfgang Grysa

    Der Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Universität Würzburg erhielt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung „für seine Arbeiten zur Aufklärung des Mechanismus der durch Neisserien ausgelösten Apoptose in Epithelzellen und Phagozyten“.

    Neisserien wie auch Neisseria gonorrhoeae, der Verursacher der Geschlechtskrankheit Tripper, gehören zur Gruppe der Bakterien, die beim Menschen die so genannte Apoptose in Gang setzen. Darunter versteht man eine natürliche und kontrollierte Form des Zelltodes, auf die der Organismus nicht verzichten kann, weil er damit infizierte und geschädigte Zellen entfernt.

    Immunsystem wird abgelenkt

    Die Neisserien aber – so vermutet Thomas Rudel – verursachen den Zelltod in den Epithelzellen an der Oberfläche der Harnwege und des Genitaltraktes und in den sogenannten Fresszellen, um das Immunsystem zu schwächen und sich selbst dadurch dauerhaft im Organismus etablieren zu können. Wenn Zellen durch Apoptose zugrunde gehen, tritt die Immunabwehr auf den Plan, um die Überreste zu beseitigen, erklärt Rudel. Diese „Aufräumarbeiten“ lenken die Abwehr dann möglicherweise von den Neisserien ab.

    Enger Bezug zur Krebsforschung

    Im Gegensatz zu den Neisserien verhindern andere Erreger die natürliche Apoptose ihrer Wirtszellen. Weil auch Tumorzellen widerstandsfähig sind gegen Apoptose, haben Thomas Rudels Arbeiten einen engen Bezug zur Krebsforschung: „Wir wollen am Beispiel der mit Bakterien infizierten Zellen die molekularen Grundlagen der Apoptose-Resistenz verstehen. Im Idealfall lässt sich unser Wissen später für die Krebstherapie nutzbar machen“, glaubt Rudel.

    Thomas Rudel (Jahrgang 1962) hat Biologie an der Universität Tübingen studiert und am dortigen Max-Planck-Institut für Biologie seine Doktorarbeit geschrieben. Im Anschluss forschte er am Scripps Research Institute in San Diego in den USA. Nach Deutschland zurückgekehrt, leitete er ab 1997 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Von dort wechselte er im Frühjahr 2008 an die Universität Würzburg.

    Kontakt:

    Prof. Dr. Thomas Rudel, T (0931) 888-4400, thomas.rudel@biozentrum.uni-wuerzburg.de

    Von aus UNI-Intern Nr. 38/2008

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