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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Bienen online im Klassenzimmer - Auszeichnung für Uni-Projekt

    27.07.2010

    Warum wird ein Bienenstock leichter, wenn es kalt ist? Wovon hängt die Sammelaktivität einzelner Bienen ab? Solche und andere Fragen können Schüler mit den „Honigbienen-Online-Studien“ (HOBOS) der Universität Würzburg bearbeiten. Am Donnerstag, 22. Juli, wurde das Projekt ausgezeichnet – im bundesweiten Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“.

    Auszeichnung für das Würzburger Bienen-Projekt HOBOS: Holger Opas von der Deutschen Bank (Mitte) überreichte Urkunde und Pokal an Professor Jürgen Tautz (links) und dessen Mitarbeiter Hartmut Vierle.

    HOBOS: Dahinter verbirgt sich ein Bienenstock mit High-Tech-Ausstattung, an dem das Leben der Bienen in Echtzeit studiert werden kann. Übers Internet lassen sich Bilder und Daten aus dem Bienenstock abrufen. Eine Wärmebildkamera offenbart zum Beispiel, wie unterschiedlich stark die Körper der Insekten aufgeheizt sind. Hinzu kommen Daten über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Messgrößen. Die Bienen sind außerdem individuell mit RFID-Chips markiert: So lassen sich die Tagesabläufe einzelner Tiere genau verfolgen – vom Schlüpfen bis zum Tod.

    Global nutzbares pädagogisches Werkzeug

    „Damit haben Sie ein pädagogisches Werkzeug geschaffen, das global und fachübergreifend genutzt werden kann und für alle Schularten geeignet ist“, lobte Holger Opas. Der Repräsentant der Deutschen Bank überreichte Projektleiter Professor Jürgen Tautz und seinem Mitarbeiter Hartmut Vierle die Auszeichnung – einen Pokal und eine Urkunde des Bundespräsidenten. Die Deutsche Bank ist der offizielle Partner des Innovationswettbewerbs.

    Global ist HOBOS in der Tat nutzbar: Elf Schulen aus neun Ländern machen bei dem Projekt mit, seit es im Sommer 2009 startete. Es eignet sich für Grundschüler ebenso wie für Gymnasiasten, weil sich einfache bis sehr komplexe Fragen damit angehen lassen. Ab dem Wintersemester sollen erstmals auch Bachelor- und Lehramtsstudierende der Uni Würzburg die Möglichkeiten von HOBOS nutzen können, wie Tautz in seinem Vortrag ankündigte.

    Dank des Universitätspräsidenten

    Für das „sehr öffentlichkeits- und bildungswirksame Engagement“, das der Biologie-Professor mit seiner Bienenforschung verknüpft, dankte Universitätspräsident Alfred Forchel in seinem Grußwort. „Ich freue mich, dass die Universität in diesem Wettbewerb bereits zum vierten Mal ausgezeichnet wird“, so Forchel. Der Preis, den es seit 2006 gibt, ging bereits an die Wissenschaftsmeile Röntgenring, ans Rudolf-Virchow-Zentrum für dessen Schülerprojekte sowie ans Zentrum für Angewandte Energieforschung, das eng mit der Universität verbunden ist.

    Spannend auch für den Mathe-Unterricht

    Nicht nur in der Biologie ist HOBOS vielseitig nutzbar. Die Bienen und ihr Leben eignen sich auch für den Mathematik-Unterricht. Das zeigte Professor Hans-Georg Weigand in seinem Vortrag. Aus den Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten lassen sich Graphen erstellen, analysieren und interpretieren. Spannend sind auch die sechseckigen Waben, die Bienen bauen: Damit können Lehrer beispielsweise die Frage angehen, mit welchen Arten von regelmäßigen Vielecken sich eine Fläche bedecken lässt.

    Vorschläge für den Unterricht mit HOBOS

    Bert Eitschberger, Biologie- und Chemie-Lehrer am Würzburger Friedrich-König-Gymnasium, wies auf die Unterrichtsblock-Vorschläge hin, die das HOBOS-Team zur Biologie und Mathematik erarbeitet hat. Die Blöcke eignen sich für alle Schultypen, Zeitumfänge und Schwierigkeitsgrade bis hin zur gymnasialen Oberstufe. In Kürze werden die ersten Vorschläge auf der HOBOS-Homepage zur Verfügung stehen; dieses Angebot soll im Lauf der Zeit beständig erweitert werden:
    www.hobos.biozentrum.uni-wuerzburg.de/educational_material/

    Eitschberger zeigte, wie er das Bienen-Portal mit seiner Klasse 8b nutzt. Die Schüler waren bei der Feier dabei und lösten an den Computern in der Robotikhalle eifrig die Aufgaben auf den Arbeitsblättern: Wird die Temperatur im Bienenstock reguliert? Wenn ja: Wie stellen die Bienen das an? Ihr Lehrer beantwortete am Ende auch die Frage, warum ein Bienenstock bei Kälte leichter wird: Weil die Bienen dann mehr Honig futtern – mit der Energie aus dem süßen Stoff heizen sie ihre Körper und damit den ganzen Stock auf.

    Von Prof. Dr. Jürgen Tautz

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