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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Botaniker für Lebenswerk geehrt

    20.10.2015

    Otto Ludwig Lange (88), emeritierter Professor der Universität Würzburg, wurde für sein herausragendes botanisches Lebenswerk geehrt: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat ihm die Cothenius-Medaille verliehen.

    Botanik-Professor Otto Ludwig Lange bekam im Jahr 2015 die Cothenius-Medaille der Leopoldina verliehen. (Foto: Robert Emmerich)

    Botanik-Professor Otto Ludwig Lange bekam im Jahr 2015 die Cothenius-Medaille der Leopoldina verliehen. (Foto: Robert Emmerich)

    Der Arzt und Zoologe Ernst Haeckel bekam sie 1864 verliehen, der Entwickler des ersten Computers, Konrad Zuse, erhielt sie 1985: die Cothenius-Medaille der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Mit der Medaille ehrt die Akademie verdiente Wissenschaftler für ihr herausragendes Lebenswerk.

    Am 18. September 2015 wurde die Medaille bei einer Feier in Halle (Saale) an zwei herausragende Persönlichkeiten vergeben: an den Materialwissenschaftler Herbert Gleiter aus Karlsruhe, Jahrgang 1938, und an den Botaniker Otto Ludwig Lange, Jahrgang 1927, von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. „Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man eine solche Ehrung sozusagen als Abschlusszeugnis für seine Arbeit erfährt“, freut sich Lange.

    Ökophysiologie der Pflanzen begründet

    Lange ist einer der Begründer der modernen Ökophysiologie. Diese Fachrichtung der Biologie schlägt eine Brücke zwischen den klassischen Feldern der Pflanzenökologie und der Pflanzenphysiologie. Ihr Ziel ist es, das Verhalten und die Reaktionen von Pflanzen, also etwa ihre Widerstandsfähigkeit gegen hohe und tiefe Temperaturen, ihren Wasserverbrauch oder ihre Photosynthese und Stoffproduktion, im Wechselspiel mit der Umwelt quantitativ zu erfassen.

    Der Würzburger Professor befasste sich sowohl mit Grundlagenforschung an Wild- und Kulturpflanzen sowie an Flechten als auch mit angewandter Forschung. Er analysierte unter anderem Bewässerungskulturen in der Negev-Wüste, Waldschädigungen durch Luftschadstoffe und die Schwefeldioxid-Resistenz von Flechten und damit deren Eignung als Indikatoren für die Qualität der Luft. Für seine Messungen entwickelte er auch Geräte, wofür er 1990 gemeinsam mit dem Elektromeister Heinz Walz den Adalbert-Seifriz-Preis für Technologietransfer erhielt.

    Im Wissenschaftsmanagement setzte sich Lange für die Fachrichtung Ökophysiologie in Akademien und bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ein. Er etablierte sein Fach mit der Herausgabe eines vierbändigen Handbuches „Physiological Plant Ecology“, das heute noch als Standardwerk gilt.

    Werdegang von Otto Ludwig Lange

    Otto Ludwig Lange, geboren in Dortmund, studierte Biologie, Chemie und Physik in Freiburg und Göttingen. An der zuletzt genannten Uni wurde er 1952 promoviert und 1959 habilitiert. Ab 1961 war er Dozent an der Technischen Hochschule Darmstadt, 1963 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für „Forstliche Botanik und technische Mykologie“ an der Universität Göttingen.

    1967 übernahm er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1992 einen Lehrstuhl für Botanik an der Universität Würzburg. Als Gastwissenschaftler lehrte er an Universitäten in den USA, in Australien und in China.

    Für seine Forschungsleistungen wurde Lange vielfach geehrt, unter anderem mit dem Leibniz-Preis der DFG, dem Balzan-Preis „für angewandte Botanik einschließlich Ökologie“, dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst sowie mit mehreren Ehrendoktortiteln. Sogar ein Berg in der Antarktis ist nach ihm benannt, der „Lange Peak“. In der Leopoldina ist Lange seit 1972 Mitglied.

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