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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Keine Zeckengefahr im Fußballstadion

    10.04.2008

    Die Wahrscheinlichkeit, sich beim Training auf einem Sportrasen oder beim Spiel im Fußballstadion eine Zecke zu holen, geht gegen Null. Diese Ansicht vertritt Dr. Dieter Mahsberg, Zoologe am Biozentrum der Universität Würzburg. Zwar finde man Zecken im Prinzip überall in der Vegetation: in der Laubstreu, im Unterholz, auf Sträuchern und in höherem Gras. Auf einem High-Tech-Produkt wie einem Sportrasen seien die Parasiten aber kaum zu erwarten. Zudem dürfte es dort auch keine Mäuse geben – wenn Zecken an den Nagern saugen, können sie sich dabei mit Krankheitserregern beladen.

    Im Sportrasen lauern - eher keine Zecken. Auch wenn dieser Rasen vermutlich nicht ganz so gepflegt ist wie der in den österreichischen EM-Stadien. Foto: bhp / Pixelio.de

    Im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft, die in diesem Sommer in Österreich und der Schweiz stattfindet, hat die Uefa offenbar alle teilnehmenden Mannschaften dazu aufgefordert, sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen zu lassen. Diese Form der Hirnhautentzündung wird durch Viren ausgelöst, die durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen werden können. Österreich gehört zum europäischen Hochrisikogebiet, in dem besonders viele Zecken diese Krankheitserreger in sich tragen.

    In der Öffentlichkeit wird derzeit diskutiert, ob eine Impfung der Fußballspieler gegen FSME nötig ist. Auch wenn es der Würzburger Zoologe für extrem unwahrscheinlich hält, dass die Spieler auf Sportrasen von einer Zecke gestochen werden, will er den Nutzen einer Impfung keineswegs in Frage stellen: „Wenn man in einem Hochrisikogebiet ist und sich dort viel im Freien aufhält, muss man immer damit rechnen, sich eine Zecke und damit auch eine Infektion einzufangen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich impfen lassen. In Österreich ist die Erkrankungsrate trotz der hohen Virusaktivität sehr niedrig, dank einer umfassenden Impfung der Bevölkerung.“

    Zecken gehören zu den Spinnentieren und ernähren sich von Blut. „Dass sie sich von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen lassen, wird zwar immer wieder erzählt, ist aber nicht wahr“, sagt Mahsberg. Vielmehr lauern Zecken auf Pflanzen in Bodennähe. Wenn ein Tier oder Mensch vorbeikommt, klammern sich die Parasiten schnell am Wirt fest und suchen dann eine geschützte Stelle am Körper, wo sie in Ruhe ihre Blutmahlzeit einnehmen. „Zecken beißen uns übrigens nicht, sondern stechen zu“, klärt Mahsberg einen weiteren Irrtum über diese Tiere auf.

    Kontakt: Dr. Dieter Mahsberg, Lehrstuhl für Zoologie III (Tierökologie und Tropenbiologie) der Universität Würzburg, T (0931) 888-4353, mahsberg@biozentrum.uni-wuerzburg.de


    Von aus Uni Intern 4/2008

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