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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Neuer Professor - Vom Gen zu Krebs

    17.11.2009

    Welche Prozesse steuern das Wachstum von Lebewesen? Diese Frage steht am Anfang der Forschung von Peter Gallant. Der Molekularbiologe ist neu an der Uni Würzburg; seit Oktober hat er eine Heisenberg-Professur am Biozentrum inne.

    Peter Gallant (Foto privat)

    Wie wird das Wachstum von Tieren gesteuert? Welche Mechanismen bestimmen die Endgröße ihrer Organe und Zellen? Und wie passen Tiere ihre Wachstumsraten an veränderte Umweltbedingungen an? Solche Fragen haben Biologen schon lange fasziniert – und sie faszinieren auch Peter Gallant. Der Biochemiker arbeitet mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster, um die genetischen Grundlagen von Wachstumsprozessen zu identifizieren. Die Erkenntnisse, die er dabei gewinnt, sind auch für den Menschen von Bedeutung.

    Wachstumsgene und ihre Rolle bei Krebs

    „Wachstumsgene spielen oft auch eine Rolle bei menschlichen Erkrankungen“, sagt Peter Gallant. Arbeiten sie nicht mehr fehlerfrei, kann dies zu Krebs führen. Ein prominenter Vertreter dieser Krebs- und Wachstumsgene, an denen Gallant forscht, trägt den wissenschaftlichen Namen Myc. „Myc-Proteine steuern die Aktivität vieler anderer Gene. Wir untersuchen ihren molekularen Wirkungsmechanismus“, erklärt der Molekularbiologe.

    Wie verändert Myc die Struktur der Chromosomen und schafft es so, andere Gene zu aktivieren? Wie wird die Tätigkeit von Myc selbst mit der Hilfe anderer Wachstumsregulatoren koordiniert? „Indem wir solche Fragen beantworten, gewinnen wir nicht nur einen Einblick in die Kontrolle des Wachstums während der normalen Entwicklung, sondern wir beschreiben auch die Funktionsweise eines der medizinisch wichtigsten Krebsgene – mit der Hoffnung, dass sich diese Erkenntnisse dereinst klinisch nützen lassen“, so Gallant. Darüber hinaus interessiert den Wissenschaftler allgemein die Koordination des Wachstums mit anderen entwicklungsbiologischen Prozessen, sowohl innerhalb eines Organs wie auch zwischen verschiedenen Organen.

    Die Fruchtfliege: ein vielseitiger Modellorganismus

    Der Molekularbiologe forscht an Fruchtfliegen als „vielseitig einsetzbare genetische Modellorganismen“. Was die Tiere für ihn so interessant macht: Sie erlauben es ihm unter anderem, systematisch alle ihre Gene auf eine bestimmte Funktion zu testen. Das Wissen, das Gallant dabei gewinnt, ist allerdings nicht auf Drosophila begrenzt: „Wachstum ist ein grundlegender biologischer Prozess – und die meisten dieser untersuchten Mechanismen sind auch in Säugern, also auch in Menschen, konserviert und spielen dort eine wichtige Rolle“, sagt Gallant.

    Peter Gallants Lebenslauf

    Peter Gallant ist in der Schweiz aufgewachsen. An der Universität Zürich studierte er Biochemie von 1985 bis 1989. Seine Doktorarbeit führte ihn ans Schweizer Krebsforschungszentrum bei Lausanne, wo er sich mit dem Problem der Zellteilung auseinandersetzte. Um besser zu verstehen, welche Signale die Vermehrung von Zellen steuern, widmete er sich während seiner Postdoc-Arbeiten am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA) der Untersuchung des Krebsproteins Myc. Dabei gelang es ihm, ein Protein zu identifizieren, das eine wichtige Funktion für das Zellwachstum hat.

    Zurück an der Universität Zürich etablierte Gallant eine Nachwuchsforschungsgruppe, die sich dem Studium der Wachstumskontrolle im Allgemeinen und der Funktionsweise von Myc im Besondern verschrieb. Seit Oktober arbeitet er als Heisenberg-Professor am Lehrstuhl für Physiologische Chemie 2 der Universität Würzburg.

    Die Heisenberg-Professur

    Die Heisenberg-Professur ist ein Förderinstrument der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG. Sie soll es herausragenden Wissenschaftlern, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen, ermöglichen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterführende Forschungsthemen zu bearbeiten.

    Kontakt: Prof. Dr. Peter Gallant, T: (0931) 3 18 88 14; E-Mail: peter.gallant@biozentrum.uni-wuerzburg.de

    Von aus UNI Intern Nr. 41

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