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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Neues Foyer für die Pflanzenhäuser

    13.05.2014

    Frischer Wind im Botanischen Garten: Die Schaugewächshäuser haben ein neues Eingangsgebäude mit einem kleinen Hörsaal bekommen. Der wurde nach einem Würzburger Pionier der Pflanzenwissenschaften benannt.

    Neu gestaltet: der Eingang zu den Schaugewächshäusern im Botanischen Garten der Universität Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)

    Neu gestaltet: der Eingang zu den Schaugewächshäusern im Botanischen Garten der Universität Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)

    Das bisherige Foyer vor den Schaugewächshäusern des Botanischen Gartens war stark sanierungsbedürftig: Es musste aus Gründen der Barrierefreiheit und der Sicherheit dringend umgestaltet werden. Ein Neubau erwies sich dabei als kostengünstiger als eine Sanierung. Der Altbau stammte noch aus den 1960er-Jahren und bot den Besuchern keine optimale Eingangssituation. Auch für Führungen und Ausstellungen waren die Bedingungen nicht mehr zeitgemäß.

    Höchste Zeit also für eine Neugestaltung. Seit kurzem gelangen die Besucher in die Tropenschauhäuser über einen Neubau, der auch einen kleinen Hörsaal mit rund 60 Plätzen enthält. Die Baukosten von 950.000 Euro übernahm der Freistaat Bayern. Nach einer Bauzeit von gut einem Jahr wurde das Gebäude bei einer Feier am 9. April offiziell eröffnet.

    Dank des Hörsaals sei das neue Eingangsgebäude nun auch wieder für die universitäre Lehre nutzbar sowie für sonstige wissenschaftliche und öffentliche Veranstaltungen. Darauf wies Professor Markus Riederer, Leiter des Botanischen Gartens, in seiner Begrüßungsansprache hin. Derzeit können die Besucher im Foyer die Ausstellung „Die Ästhetik im Verborgenen“ sehen. Bis 11. Mai sind dort großformatige Pflanzenbilder zu sehen, die Stefan Diller (Würzburg) mit dem Elektronenmikroskop gemacht hat.

    Praxisnahe Arbeit mit Schulklassen

    Rund 30.000 Besucher flanieren jedes Jahr durch den Botanischen Garten. Dazu kommen rund 300 Schulklassen, die hier Führungen oder andere Unterrichtsveranstaltungen absolvieren. Dabei spielt der Lehr-Lern-Garten eine besondere Rolle: Er bietet Lehramtsstudierenden seit 2011 die Möglichkeit, praxisnah mit ganzen Schulklassen zu arbeiten – offenbar eine Erfolgsgeschichte: „Unser Lehr-Lern-Garten hat bundesweit Nachahmer gefunden“, so Riederer.

    Für die praxisnahe Vorbereitung von Studierenden auf den Lehrerberuf gibt es an der Universität viele Angebote, etwa in den Schülerlaboren des MIND-Center. Der Botanische Garten bilde in diesen Angeboten einen wichtigen Baustein, wie Universitätspräsident Alfred Forchel in seiner Ansprache sagte. Zudem sei der Garten bedeutsam für Forschung und Lehre, als berufliche Ausbildungsstätte und als Ort der Erholung für alle Bürger – kurzum: eine Bereicherung für die ganze Region.

    Blumen als symbolische Schlüssel

    Andreas Hetzer vom Staatlichen Bauamt betonte in seiner Rede, dass es bei diesem Bauprojekt gelungen sei, den vorgegebenen Kostenrahmen von 950.000 Euro einzuhalten. Entstanden ist ein ansprechender Funktionsbau, der sich optisch sehr gut in den Botanischen Garten einfügt. Einen symbolischen Schlüssel aus Holz oder Metall – wie sonst üblich – hatte Hetzer für die Nutzer nicht parat. Stattdessen überreichte er eine für die Botanik passende Alternative: ein Gesteck mit Schlüsselblumen.

    Hörsaal nach Gregor Kraus benannt

    Der Hörsaal in dem neuen Gebäude ist nach Gregor Kraus (1841-1915) benannt, der in Würzburg Medizin und Naturwissenschaften studierte. Nach Stationen in anderen Städten kam der gebürtige Bad Orber nach Würzburg zurück. Hier war er ab 1898 als Nachfolger von Julius von Sachs 16 Jahre lang Professor für Botanik.

    Professor Riederer ging in einem Vortrag auf die wissenschaftlichen Verdienste von Gregor Kraus ein. Dieser ging vor allem der Frage nach, welche Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Pflanzen an einem Ort wachsen und an einem anderen nicht.

    Kraus forschte an den steilen Hängen des Maintals nördlich von Würzburg, vor allem am Kalbenstein zwischen Karlstadt und Gambach. Er untersuchte dort unter anderem die Bodeneigenschaften und stellte fest, dass sie auf kleinstem Raum variieren. Zusammen mit anderen Messungen kam er zum Ergebnis: Man muss das engste Umfeld der einzelnen Pflanze untersuchen um zu verstehen, warum sie genau an dieser Stelle wächst. Dank solcher Arbeiten gilt Gregor Kraus heute als Begründer der pflanzenwissenschaftlichen Ökophysiologie.

    Zur Homepage des Botanischen Gartens

    Von Robert Emmerich

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