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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Schnelltest für Weinstöcke

    22.05.2012

    Mit 40.000 Euro ist in diesem Jahr der Universitätsförderpreis der Mainfränkischen Wirtschaft dotiert. Er geht an Professor Ute Hentschel-Humeida und Dr. Rosalia Deeken vom Julius-von-Sachs-Institut für Biowissenschaften. Die beiden untersuchen die Mauke-Erkrankung beim Wein und wollen dafür einen diagnostischen Schnelltest entwickeln.

    Typisches Erscheinungsbild der Mauke-Erkrankung als Wucherung am unteren Sprossende eines Weinstocks. (Foto: IHK)

    Typisches Erscheinungsbild der Mauke-Erkrankung als Wucherung am unteren Sprossende eines Weinstocks. (Foto: IHK)

    Mauke ist die häufigste Bakterienkrankheit an Weinreben in den nördlichen und östlichen Weinanbaugebieten Europas. Der Erreger, das Bakterium Agrobacterium vitis, verursacht Wucherungen an Stamm oder Wurzel des Rebstocks. Diese Wucherungen verhindern den normalen Saftstrom und führen zunächst zu Kümmerwuchs und schließlich zum vollständigen Absterben des Rebstockes. Die durch die Mauke-Erkrankung verursachten Verluste werden für die Region Franken jährlich auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt.

    Das Diagnoseverfahren

    Für den Winzer sind diese Wucherungen optisch nicht von einem Wundkallus zu unterscheiden, der nach einer Verletzung oder an der Pfropfstelle entstehen kann und der keine Auswirkungen auf das Wachstum der Rebstöcke hat. Deshalb ist wollen die beiden Wissenschaftlerinnen Professor Ute Hentschel-Humeida und Dr. Rosalia Deeken vom Julius-von-Sachs-Institut für Biowissenschaften in Zusammenarbeit mit Peter Schwappach vom Bayerischen Landesamt für Wein- und Gartenbau, Veitshöchheim, die Mauke-verursachenden Bakterien mit Hilfe molekularer Methoden im Boden und der Pflanze zuverlässig nachweisen. Im Vordergrund des Projektes steht, ein schnelles Mauke-Diagnoseverfahren zu entwickeln und den Winzern der Region Mainfranken zur Verfügung zu stellen.

    IHK-Präsident Dieter Pfister betonte bei der Scheckübergabe das Kriterium der Praxisumsetzung bei der guten Zusammenarbeit zwischen regionaler Forschung und Wirtschaft: „Die mainfränkische Wirtschaft will insbesondere anwendungsorientierte Forschung als wettbewerbsrelevanten Faktor fördern“, so Pfister. „Davon müssen die regionalen Unternehmen mehr profitieren können“, so der IHK-Präsident. Dieses Kriterium sei bei der diesjährigen Preisvergabe bestens erfüllt.

    In 30 Jahren rund 820.000 Euro ausgeschüttet

    Die IHK-Firmenspende bietet Forschern an der Universität Würzburg seit nunmehr 30 Jahren Hilfe beim Aufbau eines neuen Arbeitsgebietes, einer Arbeitsgruppe oder bei der Anlauffinanzierung für später geförderte Forschungsvorhaben. Seit Bestehen der Firmenspende hat die IHK 87 Projekte mit rund 820.000 Euro gefördert.

    Im Jahr 1982 hatte die IHK zum 400. Geburtstag der Würzburger Universität die so genannte „IHK-Firmenspende“ ins Leben gerufen, um die konstruktive Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern. Damals beteiligten sich 1.200 mainfränkische Unternehmen daran, diese Verbindung zu stärken. Die Stiftung im Universitätsbund ist seitdem mehrfach aufgestockt worden, so dass sich bis heute ein Stiftungskapital von rund 1,1 Millionen Euro angesammelt hat, aus dem jährlich – je nach Zinslage – zwischen 35.000 und 45.000 Euro ohne Kapitalverzehr ausgeschüttet werden können.  

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