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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Tiemo Grimm wird 65

    16.10.2009

    Erbliche Muskelkrankheiten, Biostatistik und die Lese-Rechtschreibstörung, die Legasthenie: Das sind die wichtigsten Forschungsgebiete des Humangenetik-Professors Tiemo Grimm, der am Freitag, 16. Oktober, seinen 65. Geburtstag feiert.

    Timo Grimm, Professor für Humangenetik an der Universität Würzburg. Foto: privat

    Timo Grimm, Professor für Humangenetik an der Universität Würzburg. Foto: privat

    Von der Legasthenie ist Tiemo Grimm selbst betroffen. Mit Kollegen vom Max-Planck-Institut für Medizinische Genetik (Berlin) hat er nun den Genort gefunden, der in seiner Familie für die Legasthenie zuständig ist. Es handelt sich um eine bisher noch nicht beschriebene Mutation; eine wissenschaftliche Publikation hierzu ist in Vorbereitung.

    Legasthenie / Muskelschwäche: Einsatz für Patienten

    Als Betroffener erforscht Professor Grimm die Krankheit nicht nur – er engagiert sich auch in Selbsthilfeorganisationen. So ist er seit 2006 stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie (Rechenschwäche) von Bayern. In früheren Jahren hatte er auch im Bundesverband Legasthenie und anderen Institutionen Vorstandsfunktionen übernommen.

    In der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke setzt er sich ebenfalls für die Anliegen der Patienten ein. Vorurteile abzubauen und den betroffenen Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – das war und ist hierbei sein Antrieb.

    Werdegang von Tiemo Grimm

    Tiemo Grimm stammt aus Göttingen. Er studierte Medizin in seiner Heimatstadt und in Wien, anschließend war er Medizinalassistent am Göttinger Institut für Humangenetik, wo er auch promovierte. Mit einem Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) forschte er danach ein Jahr lang in Cardiff in Großbritannien über Myotone Dystrophien.

    Myotone Dystrophien sind Erbkrankheiten, bei denen die Betroffenen Probleme mit der Muskelspannung haben: Wenn sie zum Beispiel die Hand zur Faust ballen, bekommen sie die Finger nur langsam und mit Mühe wieder in die Ausgangsposition. Zusätzlich stellen sich bei den Patienten oft Herzrhythmusstörungen, Diabetes und andere Symptome ein.

    Muskeldystrophien erfolgreich erforscht

    Mit der Erforschung der Muskeldystrophien hörte er von da an nicht mehr auf. Tiemo Grimm zeigte erstmals, dass sich die Mutationsraten bei den Muskeldystrophien vom Typ Duchenne geschlechtsspezifisch unterscheiden und von der Art der Mutation abhängen.

    Auch war er der erste, der die Bedeutung der so genannten Keimzellmosaiken bei der Muskeldystrophie mathematisch beschreiben konnte – eine Leistung, die sich bis heute auswirkt: „Viele von uns sind dankbare Nutznießer seiner Kalkulationen“, so Grimms Humangenetik-Kollege Klaus Zerres aus Aachen.

    Tätigkeit an der Uni Würzburg

    1981 wechselte Tiemo Grimm ans Institut für Humangenetik der Universität Würzburg. Hier baute er die genetische Beratungsstelle auf, hier habilitierte er sich 1982. Im Jahr darauf wurde er zum Professor ernannt und übernahm die Leitung der Arbeitsgruppe „Genetische Beratung und Medizinische Genetik“. 1997 wurde er zum Leiter der selbstständigen Abteilung für Medizinische Genetik am Würzburger Institut ernannt.

    Dem Fakultätsrat der Medizin gehört er seit 25 Jahren als gewähltes Mitglied an, im Senat der Universität vertrat er die Medizin von 1992 bis 2007. Die Akademie Humangenetik, eine Weiter- und Fortbildungseinrichtung der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik, gründete er 2004. Bis heute ist er Direktor dieser Akademie.

    Von UNI INTERN 36 2009

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