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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Von Bienen lehren lernen

    08.08.2011

    Kurz vor Ende der Vorlesungszeit im Sommersemester feierten Absolventen aller Lehramtsstudiengänge der Universität Würzburg in der Neubaukirche ihren erfolgreichen Studienabschluss – und erfuhren dabei, was sie mit Bienen verbindet.

    Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Erich Garhammer, und Uni-Vizepräsidentin Margarete Götz zeichnen die Prüfungsbesten Anja Klingler, Katharina Paul und Caroline Schöner aus. (Foto: Birgit Hoyer)

    Lehrer erziehen, sie vermitteln Wissen und geben Denkanstöße. Aber warum tun sie das eigentlich? Mit dieser Frage befasste sich der Würzburger Bienenforscher Professor Jürgen Tautz in seinem Festvortrag bei der Akademischen Abschlussfeier für mehr als 500 Absolventen des Lehramtsstudiums in diesem Sommersemester und deren Gästen. Zum dritten Mal richtete das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Universität Würzburg in Kooperation mit dem „Förderverein Lehrerbildung“ die Feier in der Festaula der Universität, der Neubaukirche aus.

    Was Bienen und Lehrer verbindet Auch Bienen prägen sich das, was sie für ihr Überleben benötigen, dadurch ein, dass sie sich von anderen Bienen belehren lassen, so Tautz. Seit 30 Millionen Jahren funktioniere diese Weitergabe des Wissens. Interessant für Verhaltensforscher sei, was kluge Bienen dazu bringt, noch nicht ganz so klugen Artgenossen Wissen zu vermitteln. Der Grund sei banal: „Sie erhalten dadurch Nahrung.“ So, wie ein Lehrer sein Gehalt. Lernen lasse sich von der Bienengesellschaft, dass Lehren nur in kleinen Gruppen funktioniert: „Eine Biene kann gleichzeitig höchstens zehn anderen Bienen etwas beibringen.“

    Alfred Forchels Grußwort

    Neben vielen Ehrengästen nahm auch Uni-Präsident Alfred Forchel am Fest für die Absolventen teil. „Die Gesellschaft braucht Sie!“, rief der Naturwissenschaftler den jungen Männern und Frauen zu. Zwar seien ihre Einstellungschancen derzeit nicht optimal: „Doch in den nächsten Jahren wird der Bedarf an Fachkräften mit Ihren Eigenschaften auch außerhalb der Schule stark wachsen.“ Eine anspruchsvolle Ausbildung von Lehrern hält Forchel für immens wichtig: „Lehrer erziehen und bilden schließlich jene Menschen, die später einmal den Erfolg unserer Wirtschaft und den Fortschritt unseres Wissens erarbeiten werden.“

    Um Jugendliche früh für Natur- und Geisteswissenschaften zu begeistern, sei die Kooperation mit den regionalen Schulen für die Universität und das ZfL von großer Bedeutung, betonten Forchel und Uni-Vizepräsidentin Margarete Götz. Aktuell kooperiert die Würzburger Hochschule mit 48 Gymnasien aus Unterfranken und dem nördlichen Baden-Württemberg. Die Zusammenarbeit soll nach dem Willen des Uni-Präsidiums ausgebaut werden, sowohl was die Zahl der Schulen als auch die Schularten und das Einzugsgebiet betrifft.

    Margarete Götz‘ Begrüßung

    Eine Heidenarbeit liege hinter den Lehramtsabsolventen dieses Sommersemesters, betonte Margarete Götz in ihrer Begrüßung. Das Lehramtsstudium sei äußerst komplex, es verlange ein hohes Maß an intellektueller Leistung, Disziplin und Selbstorganisation. Fünf junge Frauen haben die Herausforderungen besonders exzellent gemeistert. Sie schnitten in ihrem gewählten Lehramtsstudiengang als Prüfungsbeste ab und wurden dafür durch die Universität ausgezeichnet:

    • Clara Henkelmann (Grundschule)
    • Anja Klingler (Hauptschule)
    • Katharina Paul (Realschule)
    • Kathrin Stiehr (Sonderschule)
    • Caroline Schöner (Gymnasien)

    Stimmen der Prüfungsbesten

    „Lehren hat nichts damit zu tun, Schülern unnützes Wissen einzupauken“, betont Anja Klingler. Die 23-Jährige aus Goßmannsdorf bei Würzburg hat sich zur Lehrerin ausbilden lassen, weil sie Kindern grundlegende Fähigkeiten für ein selbstständiges Leben nach der Schule mitgeben will. „Ich möchte Schülern bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit mit Rat und Tat zur Seite stehen“, sagte sie. Wertvolles Rüstzeug für ihren Beruf erhielt Klingler auch vom Zentrum für Lehrerbildung: „Das ist eine wichtige Institution, die sich für eine besser Verknüpfung von Theorie und Praxis einsetzt.“

    Dass sie nun fertig ist mit dem Studium, sieht die angehende Realschullehrerein Katharina Paul mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Denn die Zeit hier an der Uni war wirklich schön. Ich werde meine Freunde, das Unileben und auch Würzburg bestimmt sehr vermissen.“ Gleichzeitig freut sich die 26-Jährige aus dem Kreis Schweinfurt auf ihre Arbeit als Lehrerin: „Es ist schön, nun endlich das tun zu können, worauf ich mich so lange vorbereitet habe.“ Kurz vor Beginn ihres Referendariats sei sie allerdings ein bisschen aufgeregt: „Vor allem, da ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht weiß, in welcher Stadt und an welcher Schule ich das Referendariat antreten werde.“

    Caroline Schöner, die als Beste unter den Absolventen des Lehramtsstudiums für das Gymnasium abschnitt, habe ihrer inneren Stimme gehorcht, als sie vom ursprünglich gewählten Bachelor-Studiengang Biologie auf ein Lehramtsstudium umschwenkte. „Im Verlauf des Bachelor-Studiums interessierte ich mich immer mehr für das Lehramt“, erklärte sie. Nach einem Praktikum an der Schule stand dann ihr Entschluss fest, dass sie Lehrerin werden möchte. Das Lehramtsstudium habe sie in vielerlei Hinsicht bereichert. Wünschen würde sie sich allerdings einen stärkeren Praxisbezug.

    Diesem Wunsch kommt das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Würzburg zukünftig nach. Es bietet auch im kommenden Wintersemester Kooperationsseminare mit bewährten berufstätigen Lehrkräften an, in denen die Lehramtsstudierenden die Unterrichtspraxis in den verschiedenen Schularten und Fächern authentisch beobachten und erfahren können.

    Von Birgit Hoyer

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