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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Ausstellung: Welt der Hölzer - Hölzer der Welt

    Datum: 28.10.2018, 14:00 - 20.01.2019, 18:00
    Kategorie: 42040000-Botanischer Garten

    28.10. bis 20.01.19

    Holz

    Ausstellung vom 28. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019

    Holz ist ein universeller Rohstoff. Wir alle nutzen ihn täglich und finden ihn in ganz vielen Gegenständen. Oftmals ist uns aber gar nicht bewusst, dass Holz und damit Bäume die Grundlage darstellen. Die Ausstellung zeigt anschaulich den alltäglichen Gebrauch von Holz als Bau- oder Möbelholz, als Bodenbelag oder Furnier, für Musikinstrumente oder in alltäglichen Haushaltsgegenständen und Werkzeugen. Aber auch Papier und Kartons, Textilien aus Viskose und sogar manche Kaugummis werden aus Holzstoffen hergestellt. Bereits sehr früh wussten die Menschen, welche Hölzer wofür verwendet werden können. Denn Holz ist nicht gleich Holz. Die 5200 Jahre alte Gletschermumie Ötzi aus der Jungsteinzeit hatte Fundstücke aus 14 verschiedenen Hölzern dabei. Schon damals wusste man z.B. welche Hölzer sich am besten für Bögen oder Pfeile eignen.
    Als Energiequelle und Brennholz ist Holz ebenfalls sehr wichtig – aber eigentlich viel zu schade.

    Wo aber kommen die großen Mengen an Holz her? Die Herkunft der Hölzer in unserem Alltag ist sehr vielfältig und stammt aus fast allen Regionen der Erde. Oftmals ist die ursprüngliche Heimat von Baumarten und die jetzige Herkunft aus Kulturplantagen unterschiedlich: Eukalyptus zum Beispiel stammt aus Australien; für viele Gartenmöbel und Furniere kommt es heutzutage dagegen oft aus der Mittelmeerregion.
    Das Angebot an unterschiedlichen Bäumen ist groß. Bei der ersten weltweiten Bauminventur von 2017 wurden über 60.000 Baumarten gezählt.

    Was ist Holz? Warum machen Bäume eigentlich Holz und seit wann gibt es überhaupt Bäume?

    Umgangssprachlich ist Holz zum einen das Material von Baumstämmen, Ästen oder Zweigen. Chemisch besteht es aus Lignin, Zellulose und anderen Kohlenhydraten. Für Botaniker ist Holz aber nur der spezielle Bereich in einem Stamm oder Ast, der von einem teilungsfähigen Gewebe, dem Kambium, nach innen gebildet wird. Abgegrenzt davon werden der Bast, die Rinde und die Borke. Durch diese Bildungsaktivität des Kambiums entstehen auch die typischen Jahresringe in einem Stammquerschnitt. Allerdings sehen bei Palmen oder Drachenbäumen Querschnitte ganz anders aus. Hier sind die Leitgefäße zufallsmäßig und punktförmig im Stammquerschnitt verteilt. Eine einfache Altersbestimmung über Jahresringe ist dort nicht möglich.

    Die ersten Pflanzen entwickelten sich im Wasser. Auch die ersten Landpflanzen krochen noch sehr bodennah und nahmen Wasser und Mineralstoffe über die gesamte Oberfläche auf. Eine revolutionäre Entwicklung in der Evolution war die Bildung von stabilen Sprossachsen. Dadurch konnten die Blätter optimal für die Photosynthese zum Licht orientiert werden. Allerdings war dadurch die Wasseraufnahme über die Wurzeln und die Orte der Photosynthese räumlich getrennt. Eine möglichst stabile Verbindung mit Transportwegen wurde notwendig. Die Bäume, die vor rund 350 Millionen Jahren mit ihren hölzernen Stämmen entstanden, haben das ideal verwirklicht: In speziellen Wasserleitungsgefäßen, den Tracheen und den Tracheiden, erfolgt der Transport von Wasser und Nährstoffen. Diese Zellen sind funktionell aktiv. Durch die Lignin-Einlagerungen in den hölzernen Zellwänden sind sie aber tot. Deshalb müssen die Zellen im Holz nicht mit Energie versorgt werden. Nur dadurch können Bäume zum Teil riesige Stämme ausbilden. Die höchsten Baumstämme auf der Erde findet man bei den Küstenmammutbäumen oder Redwoods (Sequoia sempervirens) in Kalifornien. Diese werden bis zu 115 Metern hoch. Das kommt ziemlich nahe an die maximale Höhe von 120 Metern heran, die für einen Wassertransport in den Gefäßen theoretisch berechnet wird.

    Der Wald ist mehr als nur Holzproduzent. Unsere Wälder – sowohl lokal als auch global – sind für  uns Menschen lebensnotwendig und schützenswert. Wälder sind Lebensraum für viele Tiere, Pilze und Pflanzenarten. Sie schützen unsere Böden, unser Trinkwasser und unser Klima. Außerdem brauchen wir die Wälder als Orte der Ruhe und zur Erholung. Eine nachhaltige Nutzung weltweit muss gefordert werden.

    Aber auch jeder von uns kann den Wald vor allem durch sein Konsumverhalten schützen. Recycling von Papier, Vermeidung von übermäßigem Papierverbrauch oder eine längere Nutzung von Holzprodukten wie Möbel sollten selbstverständlich sein. Auch das Upcycling von Holzprodukten wie die Erstellung von Möbeln aus ausgedienten Paletten ist derzeit ziemlich in. Die Verwendung von kontrollierten und zertifizierten Holzquellen sowie die Unterstützung von Aufforstungsprojekten sind sinnvolle Waldschutzmaßnahmen – und für uns alle notwendig.

    Die Ausstellung ist während der Gartenöffnungszeiten von täglich 8.00 bis 16.00 Uhr zu besuchen. Sie befindet sich im Eingangsbereich zum Tropenschauhaus. Der Eintritt ist kostenfrei.

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