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    Institut für Humangenetik

    Epigenetik und Altern

    11.07.2019

    Beim Ansehen alter Photos wird jedem bewusst, dass wir - wenn auch schleichend - altern.

    Korrespondenzanalyse von in der Methylierung variablen CpG-Dinukleotiden in Blutzellen von Patienten mit Werner Syndrom und im Alter und Geschlecht gematchten Kontrollen. Für das Werner-Syndrom spezifische epigenetische Signaturen in >600 Genen erklären 5.2% der Varianz in dem analysierten Methylom-Datensatz.

    Segmentale Progerien sind sehr seltene genetische Erkrankungen, bei denen wenigsten zwei verschiedene Organsysteme eine vorzeitige Alterung aufweisen. Patienten mit Werner Syndrom zeigen etwa ab der Pubertät Katarakte, alters-typische Hautveränderungen, Ergrauen und Verlust der Haare, sowie ein erhöhtes Risiko für alters-abhängige Krankheiten wie, z.B. Atherosklerose, Diabetes mellitus und Krebs. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 50 Jahren. Viele aber nicht alle Symptome können durch eine Genominstabilität aufgrund einer defekten RecQ Helicase erklärt werden, die eine wichtige Rolle bei der DNA-Reparatur spielt. In einer jüngst in der Fachzeitschrift Aging Cell erschienenen Arbeit (doi: 10.1111/acel.12995) konnte gezeigt werden, dass Patienten mit Werner Syndrom noch vor Manifestation von Alterungssymptomen epigenetische Veränderungen in einer Vielzahl von Genen aufweisen, die von RNA Polymerase II transkribiert werden. Beim Werner Syndrom liegt keine Beschleunigung normaler Alterungsprozesse vor. Die Werner Helicase spielt wohl auch eine Rolle bei der epigenetischen Regulation der RNAPII-abhängen Transkription. Bei Fehlen des Proteins kommt es zur Fehlregulation zahlreicher Gene und Pathways, welche zur vorzeitigen Alterung beitragen.

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