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  • Honigbienen (teilweise markiert) auf der Kante eines Brutrahmens
Lehrstuhl für Verhaltensphysiologie und Soziobiologie

Schilcher

Schilcher, Felix

Felix Schilcher

Doktorand
Lehrstuhl für Zoologie II   /AG Scheiner
Universität Würzburg
Biozentrum
Am Hubland
97074 Würzburg
Gebäude:B1 (Biozentrum)
Raum:D109a

Die meisten Insekten, darunter auch viele Bienenarten, leben solitär oder maximal in kleinen Gruppen. Honigbienen (Apis mellifera) hingegen leben in großen Kolonien mit tausenden von Individuen. Dabei sind für die Reproduktion nur die Königin sowie die männlichen Drohnen zuständig. Aus den von der Königin gelegten unbefruchteten Eiern entwickeln sich Drohnen und aus den befruchteten Eiern die sterilen Arbeiterinnen. Diese führen alle weiteren Arbeiten in der Kolonie aus und zeigen dabei eine spannende, altersabhängige Aufgabenverteilung.

Eine frisch-geschlüpfte Arbeiterbiene hält sich zuerst im Zentrum des Stockes auf, um Ammenaufgaben auszuführen. Dies umfasst beispielsweise das Säubern von Waben und das Füttern der Larven. Nach ca. drei Wochen verändert sich das Verhalten dieser Ammenbienen deutlich. Sie verlassen den Stock, um Nektar, Pollen oder Wasser zu sammeln. Dieser Schritt ist größtenteils altersabhängig. Unter gewissen Umständen können aber auch junge Bienen zu Sammlerinnen werden, wenn beispielsweise viele Sammlerinnen sterben. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, wie der Entwicklungsschritt von der Amme zur Sammlerin reguliert wird, vor allem auf molekularer Ebene. Meine Forschung bezieht sich auf genau diesen wichtigen Entwicklungsschritt im Leben einer Honigbiene. Ein möglicher wichtiger Faktor scheint die Ernährung zu sein. So werden beispielsweise aus hungernde Ammenbienen schneller Sammlerinnen als aus normal ernährten. Deshalb versuche ich die larvale Entwicklung von Honigbienen zu verändern, indem ich ihnen Futter unterschiedlicher Qualität und Quantität zukommen lasse um anschließend z.B. ihr Sammelverhalten mittels radio-frequency identification zu untersuchen. Des Weiteren werde ich versuchen, die Expression bestimmter Gene, die im Zusammenhang mit der Entwicklung von Amme zu Sammlerin und Ernährung stehen, mittels geeigneter gentechnischer Methoden zu manipulieren und die daraus möglicherweise resultierenden Verhaltensveränderungen zu dokumentieren.

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