Feeling the heat: Viele Landschaften verstärken die Temperaturen während Hitzewellen
Da der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen erhöht, ist es dringend notwendig zu verstehen, wie Arten diese Veränderungen erleben und darauf reagieren.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, dass Tiere Temperaturen nicht auf Makroebene wahrnehmen. Stattdessen können geringfügige Unterschiede in der Landschaftsstruktur (Mikrohabitate) lokale Temperaturen (Mikroklimata) stark beeinflussen.
In einer aktuellen Veröffentlichung von Dr. Esme Ashe-Jepson wurden mikroklimatische Bedingungen in einem Kalkgrasland-Naturschutzgebiet im Vereinigten Königreich untersucht und analysiert, wie sich Mikroklima-Temperaturen während Hitzewellen verändern. Sie stellte fest, dass Mikroklima-Temperaturen in Bodennähe besonders stark anstiegen, was bedeutet, dass bodenbewohnende Tiere besonders stark dem Risiko extremer Hitze ausgesetzt sind. Sie zeigte auch, dass die Landschaftsstruktur mikroklimatische Bedingungen zwar beeinflussen kann, dass aber keine Kombination von Strukturen zuverlässig kühle Rückzugsorte während Hitzewellen bietet. Dr. Ashe-Jepson gab Empfehlungen an Landbewirtschafter, wie sie kühle Refugia besser erhalten können, z. B. durch längeres Wachsenlassen der Vegetation in den heißesten Sommermonaten und den Schutz von Nordhängen zu priorisieren. Insgesamt zeigte sich, dass kühle Rückzugsorte mit steigenden Temperaturen seltener werden, was dazu führt, dass Landschaften mehr Wärmefallen und weniger Fluchtmöglichkeiten vor der Hitze enthalten. Für kleine und langsam bewegliche Tiere kann es besonders schwierig sein, der Hitze zu entkommen.
Dieser Artikel beleuchtet, wie Mikroklima-Verhalten sich bei extremen Wetterereignissen verändert und dass viele Landschaften die Auswirkungen des Klimawandels eher verstärken als abschwächen.
DOI: https://doi.org/10.21425/fob.18.164843
Link: https://biogeography.pensoft.net/article/164843/list/1/




