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    Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie

    Auswirkungen waldbaulicher Eingriffe auf die Biodiversität

    Neue Methoden erlauben neue Einblicke

    Ziel

    Hauptziel des Vorhabens ist es, anhand innovativer Methoden der Biodiversitätsforschung neue Einblicke in die Auswirkungen verschiedener waldbaulicher Handlungsoptionen zu bekommen.

    Beschreibung

    Gesellschaftliche Debatten um Eingriffe im Wald nehmen stetig zu, bis hin zu gerichtlichen Urteilen über Eingriffe in Natura 2000 Wälder. Dabei umfasst diese Diskussion zunehmend sowohl die Maßnahmen nach Störungsereignissen, wie Trockenstress, Insektenfraß oder Feuer, als auch konventionelle Eingriffe im Rahmen waldbaulicher Verfahren. Bis heute fehlt es an experimentellen Versuchsflächen zur Erforschung von waldbaulichen Eingriffen inklusive integrativer Naturschutzansätze wie die der Anreicherung von Totholz auf Biodiversität. Gleichzeitig sind in den letzten Jahren neue Methoden entstanden, die Gesamtgemeinschaften von Arthropoden erfassen, die komplexe Akustische Diversität quantifizieren oder selbst den Stresslevel von Insekten messen können. Diese innovativen Ansätze sollen hier erstmals in waldbaulichen Versuchsflächen angewendet werden.

    Grundlage der Studie ist ein Design von 8 Waldflächen der kollinen bis montanen Stufe aus Laubmischwäldern mittleren Alters. In diesen wurden Versuchsflächen von einer Größe von 50x50 m angelegt und darin jeweils folgende 9 Varianten realisiert: (i) Durchforstung, (ii) Durchforstung mit stehendem Totholz, (iii) Durchforstung mit liegendem Totholz, (iv) Durchforstung mit liegendem und stehendem Totholz, (v) Lochhieb, (vi) Lochhieb mit stehendem Totholz, (vii) Lochhieb mit liegendem Totholz, (viii) Lochhieb mit stehendem und liegendem Totholz sowie einer (ix) Kontrolle ohne Eingriffe. Auf diesen Flächen wird im Projekt mit Hilfe von Sound Recordern die akustische Diversität erfasst und mit Hilfe eines High-Performance Cluster Rechner der Universität Würzburg ausgewertet. Mit Hilfe eines Fallenmix aus Malaisefalle, Fensterfalle und Barberfalle sowie einer Identifizierung durch Metabarcoding werden die Gemeinschaft der Arthropoden und die funktionale Diversität der Flächen ermittelt. An ausgewählten weiter verbreiteten Arten wird anhand des neuronalen Monoamin-Haushalt und des Lebend-Gewichts die Stressbelastung erfasst. Alle ermittelten Zielgrößen werden mit Hilfe generalisierter, gemischter Modelle in Bezug zu den Behandlungen bzw. den Waldstrukturen gesetzt.

    Dauer

    ab 2021

    Gefördert durch

    Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF - L062)