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    Ökologische Station Fabrikschleichach

    Waldsterben in Franken

    Die Auswirkungen des Baumsterbens in Bayern 2018-2019 auf die Resilienz und Biodiversität von Wäldern

    Beschreibung

    In Deutschland waren in den Trockensommern 2018 und 2019 auf mehr als 200,000 Hektar Waldfläche Baumsterben zu beobachten. Einen besonderen Hotspot stellten dabei die Wälder Frankens dar, wo auch das Absterben von bisher gegenüber dem Klimawandel als robust eingestuften Baumarten wie der Rotbuche (Fagus sylvatica L.) und der Waldkiefer (Pinus sylvestris L.) beobachtet wurde. Im Lichte der steigenden Baummortalität gewinnen Fragen der Resilienz von Wäldern verstärkt an Bedeutung. Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Ökosystemen, sich nach einer Störung wieder zu erholen und zu einem funktional der Situation vor der Störung äquivalenten Zustand zurückzukehren. Geänderte Umweltbedingungen können jedoch auch dazu führen, dass die Resilienz eines Ökosystems überschritten wird und es zu einem tiefgreifenden Wandel in den ökologischen Strukturen und Prozessen kommt, was wiederum tiefgreifende Effekte auf die Artenzusammensetzung haben kann. Obwohl Fragen der Resilienz zunehmend in der Ökologie diskutiert werden ist aktuell unklar, ob große Baumsterbewellen wie jene von 2018/ 19 in Mitteleuropa ein Problem für die Resilienz von Ökosystemen darstellen (z.B., sich die Wälder nur mehr schlecht verjüngen), oder ob sich die betroffenen Wälder entsprechend schnell wieder erholen können. Darüber hinaus ist unklar, wie sich großflächiges Baumsterben auf die Biodiversität auswirkt, da Störungen im Wald sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf besonders vom Biodiversitätsverlust betroffenen Artengruppen (z.B. Insekten, Seibold et al. 2019) haben können.

    Ziele

    (1) Wie hoch ist die Resilienz der in den Jahren 2018/19 von Mortalität betroffenen Waldflächen in Bayern?

    Mit Hilfe von Felderhebungen wird der Verjüngungszustand der gestörten Flächen (Stammzahl, Baumarten, Größenverteilung, etwaige Schädigungen der Verjüngung) sowie deren Kontext (z.B. Kleinstandort, Bodenvegetation, Bodenlicht, Distanz zum nächsten Samenbaum) aufgenommen.

    (2) Hatte die Baummortalität 2018/19 negative oder positive Auswirkungen auf die Biodiversität?

    Auf den ausgewählten Probefläche wird die Baumartenvielfalt sowie die strukturelle Diversität des Waldes erhoben. Darüber hinaus wird mittels drei komplementärer Fallentypen (Barber-Fallen, Malaise-Fallen, Fenster-Fallen) die Diversität der Insekten bestimmt. Diese drei Fallentypen decken eine breite Range an Taxa ab, inklusive für den Naturschutz wichtiger Indikatorgruppen wie Totholzkäfer, Tagfalter, Wildbienen, Laufkäfer aber auch funktional wichtige Gruppen wie Parasitoide, phytophage Arten und Räuber.

    Dauer

    2021-2024

    Gefördert durch

    StMUV