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    Biozentrum der Universität Würzburg

    Veranstaltungsarchiv

    Welt der Hölzer – Hölzer der Welt

    31.12.2018

    Drei Schwerpunkte hat eine neue Ausstellung im Botanischen Garten: Holz im Alltag, die Biologie des Holzes, nachhaltige Nutzung und Schutz der Wälder. Die Schau ist bei freiem Eintritt zu sehen.

    Jahresringe im Holz

    An den Jahresringen im Holz lässt sich das Alter eines Baumes ablesen. (Foto: Gerd Vogg / Botanischer Garten)

    Als Bau- oder Möbelholz, Bodenbelag oder Furnier, in Musikinstrumenten oder alltäglichen Haushaltsgegenständen: Holz ist ein alltäglicher Begleiter des Menschen. Viele wissen aber nicht, dass auch Papier und Kartons, Textilien aus Viskose und sogar manche Kaugummis aus Holzstoffen hergestellt werden.

    Das und mehr erfahren die Besucher der Ausstellung „Welt der Hölzer – Hölzer der Welt“. Der Botanische Garten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) zeigt sie bis 20. Januar 2019. Die Ausstellung ist während der Gartenöffnungszeiten täglich von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Sie befindet sich im Eingangsbereich zum Tropenschauhaus; der Eintritt ist frei.

    Holz ist nicht gleich Holz

    Bereits sehr früh wussten die Menschen, welche Hölzer sie für welche Zwecke verwenden können. Denn Holz ist nicht gleich Holz. Vor 5.200 Jahren hatte der Gletschermann Ötzi Stücke bei sich, die aus 14 verschiedenen Hölzern gemacht wurden. Schon damals wusste man zum Beispiel, welche Hölzer sich am besten für Bögen oder Pfeile eignen. Als Energiequelle und Brennholz ist Holz ebenfalls sehr wichtig – aber eigentlich viel zu schade.

    Für Botaniker ist Holz nur der spezielle Bereich in einem Stamm oder Ast, der von einem teilungsfähigen Gewebe, dem Kambium, nach innen gebildet wird. Abgegrenzt davon werden der Bast, die Rinde und die Borke. Durch die Aktivität des Kambiums entstehen die typischen Jahresringe in einem Stammquerschnitt. Die Querschnitte allerdings sehen bei Palmen oder Drachenbäumen ganz anders aus –eine einfache Altersbestimmung über Jahresringe ist bei ihnen nicht möglich.

    Revolution in der Evolution

    Warum machen Bäume Holz? Auch diese Frage wird in der Ausstellung beantwortet. Die ersten Pflanzen entwickelten sich im Wasser, und die ersten Landpflanzen krochen noch sehr bodennah und nahmen Wasser und Mineralstoffe über ihre ganze Oberfläche auf.

    Eine revolutionäre Entwicklung in der Evolution war die Bildung von stabilen Sprossachsen. Dadurch konnten die Blätter optimal für die Photosynthese zum Licht orientiert werden. Allerdings war es dadurch nötig, das Wasser von den Wurzeln in die Blätter zu bringen – eine möglichst stabile Verbindung mit Transportwegen wurde notwendig.

    Die Bäume, die vor rund 350 Millionen Jahren mit ihren hölzernen Stämmen entstanden, haben das ideal verwirklicht: In speziellen Wasserleitungsgefäßen transportieren sie Wasser und Nährstoffe. Deren Zellen sind zwar funktionell aktiv, durch die Lignin-Einlagerungen in den hölzernen Zellwänden aber tot. Deshalb müssen die Zellen im Holz nicht mit Energie versorgt werden. Nur dadurch können Bäume zum Teil riesige Stämme ausbilden. Die höchsten Baumstämme auf der Erde findet man bei den Küstenmammutbäumen in Kalifornien, die bis zu 115 Meter hoch werden.

    Wälder sollten weltweit geschützt werden

    Der Wald ist mehr als nur ein Holzproduzent. Die Ausstellung macht deutlich, dass Wälder –lokal und global – für den Menschen lebensnotwendig sind. Wälder schützen die Böden, das Trinkwasser und das Klima. Sie sind Lebensraum für Tiere, Pilze und Pflanzen. Eine nachhaltige Nutzung der Wälder sollte darum weltweit realisiert werden.

    Jeder einzelne kann den Wald durch sein Konsumverhalten schützen – etwa durch Recycling von Papier, Vermeidung von übermäßigem Papierverbrauch oder eine längere Nutzung von Möbeln und anderen Holzprodukten. Auch das „Upcycling“ von Holzprodukten ist ein Weg: So ist derzeit der Bau von Möbeln aus ausgedienten Paletten ziemlich in. Sinnvoll für den Waldschutz ist es auch, kontrollierte und zertifizierte Holzquellen zu verwenden oder Aufforstungsprojekte zu unterstützen.

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